Zurück zu den Wurzeln: Teeanbau in China – gestern und heute

China - WeltkarteIn Anbetracht der Tatsache, dass der erste Tee der Welt vor mehr als 4.000 Jahren zum ersten Mal in China genossen wurde, hat die Volksrepublik im fernen Asien eine ganz besondere Stellung im Bereich des Teegenusses inne. Die Chinesen ehren bis heute ihre einmalige Teekultur und würdigen jeden Teegenuss mit einer kleinen Zeremonie, die das Bewusstsein der Anwesenden auf den Moment richtet – auf die Gesellschaft von freundlichen Menschen und auf den Genuss eines frisch aufgebrühten und erfrischenden Tees. Dieser Tee entstammt dabei in der Regel einer der zahlreichen Teeplantagen, die sich meist in den mittleren und südlichen Provinzen Chinas befinden und auf die wir hier näher eingehen möchten, um auch Ihr Bewusstsein für besonderen Tee zu schärfen.

Ein Einblick in den Teeanbau in China: Zahlreiche Anbaugebiete bringen wohlklingende Teesorten hervor

Im Mutterland des Tees gibt es unzählige verschiedene Teeanbaugebiete, die sich in der Regel im mittleren und südlichen Bereich der exotischen Volksrepublik befinden. Zu den bekanntesten und beliebtesten Teeanbaugebieten gehören dabei folgende: Anhui, Fujian, Gansu, Guangdong, Guangxi Zhuang, Guizhou, Hainan, Henan, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Shaanxi, Shandong, Szechwan, Yunnan und Zhejiang. All diese Anbaugebiete bringen verschiedenste Schwarz- und Grünteesorten sowie Weiße, Pu-Erh-, aromatisierte und Oolong-Tees hervor, die allesamt ganz besondere Namen tragen dürfen: Lung Ching bedeutet „Drachenbrunnen“, Pai Mu Tan „Weiße Pfingstrose“ und Ti Kuan Yin „Eisen-Buddha“. Während ein Großteil des in China angebauten Tees grüner Tee ist, überzeugt auch der schwarze Tee aus China durch einen aromatischen und weichen Geschmack, gepaart mit einer milden Würze und einem relativ geringen Anteil an Gerbsäure – trotzdem scheinen die Chinesen nach wie vor den grünen Tee zu bevorzugen, denn schwarzer Tee wird in China fast nur für den Export produziert.

Rund ¾ der chinesischen Teesorten sind Grüntees, da dieser Tee im fernen China nicht nur exportiert, sondern auch im Rahmen althergebrachter Teezeremonien selbst genossen wird. Hierfür verwenden auch die Chinesen gern die feinsten Grünteesorten aus der Ernteperiode zwischen Mitte April und Mitte Mai. Allerdings mussten die chinesischen Teebauern einen langen Weg beschreiten, bis sie sich das Wissen von heute aneignen konnten.

Der chinesische Teeanbau gestern und heute: Die Ursprünge des Teeanbaus in China

Nach der Entdeckung der ersten Teepflanze und der Entwicklung optimaler Zubereitungsmethoden begannen die Chinesen, Teepflanzen innerhalb großer Plantagen anzubauen. Die Teepflanzen wurden aus Samen gezogen und zunächst gemeinsam mit anderen Nutzpflanzen angebaut. Die Teebauern ernteten daraufhin den ganzen Tag lang die feinen Teeblätter, die sie mit den Händen rollten und in Pfannen anrösteten. Diese Methode des Teeanbaus wurde bis ins späte 19. Jahrhundert hinein unverändert verfolgt – bis die „Kulturrevolution“ den Niedergang der chinesischen Teekultur bewirkte.

Teehäuser wurden von den Behörden geschlossen, da innerhalb der viel besuchten öffentlichen Einrichtungen ein Treffpunkt oppositioneller Bürger vermutet wurde – die wenigen Teehäuser, die nicht geschlossen wurden, verfielen im Laufe der Zeit, da die Menschen aus der Stadt schließlich auf dem Land arbeiten mussten. Aufgrund der damaligen Gegebenheiten waren die meisten Menschen zudem viel zu arm, um sich Tee leisten zu können, der zudem kaum noch in China angebaut werden konnte, da die Bauern häufig zum Anbau anderer Agrarprodukte gezwungen wurden. Viele ehemaligen Teemeister flüchteten zu diesem Zeitpunkt nach Taiwan – anderen gelang es, in den dünn besiedelten Provinzen Szechuan und Yunnan weiterhin kleine Teehäuser zu betreiben.

Als schließlich die Öffnungspolitik in China verfolgt wurde, wurde auch der traditionelle Teeanbau in der Volksrepublik zu neuem Leben erweckt. Kooperativen wurden gegründet, die Arbeit wurde rationalisiert und die staatlichen Kooperativen stellten gute Standards her. Im Laufe der Zeit konnte sich der Teeanbau in China von den vergangenen schlechten Zeiten erholen und neu erblühen – heute sind es in erster Linie kleine Familienbetriebe, die exotische Teesorten herstellen und vertreiben und damit auch längst vergangen geglaubten Teemischungen neues Leben einhauchen.

Die Anbaugebiete im Überblick: So unterscheidet sich der chinesische Teeanbau

Während einige Anbaugebiete wie die Drachenbrunnen-Teeplantage sich nicht nur aufgrund der Ernte hochwertigster Teeblätter großer Beliebtheit erfreuen, sondern darüber hinaus auch als Touristenmagnet fungieren, gibt es in China unzählige Teeanbaugebiete, die verschiedenste Tees hervorbringen. Hier ein Überblick:

\"AnhuiGrüner Tee aus Anhui

Einige der feinsten chinesischen Tees stammen aus den Provinzen Anhui, Hunan und Hubei. Die Provinz Anhui in Ostchina wird durch zwei Flüsse, Huaihe und Yangtze, von Nordosten nach Südwesten in drei Regionen geteilt. Im Süden Anhuis finden Touristen indes den Huangshan (Gelber Berg) und der Jiuhuashan, der zu den vier heiligen buddhistischen Bergen Chinas gehört – und selbstverständlich befinden sich hier darüber hinaus zahlreiche ansehnliche Teeplantagen.

 

Die Provinz Fujian

Die Provinz Fujian

Die Provinz Fujian an der Südostküste Chinas ist für ihr Wuyi-Gebirge an der westlichen Provinzgrenze bekannt, das zu den UNESCO-Weltkulturerben gehört. Zudem ist Fujian Chinas größte Teeanbauregion: Nicht nur grüner, sondern auch weißer, schwarzer Oolong- und Jasmin-Tee wird hier angebaut – ebenso wie die kostbare Wuyi-Shan-Sorte und der Anxi Ti Kuan Yin, die Teekennern sicher ein Begriff sind.

 

 

 

\"Yunnan

Der Teeanbau in der Provinz Yunnan

Im Südwesten Chinas erhebt sich zwischen den Grenzen zu Vietnam, Laos und Burma das Yunnan-Guizhou-Plateau, das ein ganz besonders schönes Land beherbergt: Die Provinz Yunnan zeichnet sich durch große kulturelle und geografische Unterschiede aus – ebenso wie durch den Tee, der hier seit 1.700 Jahren hergestellt wird. Ursprünglich beschränkte sich die Teeproduktion in Yunnan auf einen ganz besonderen grünen Tee, doch seit 1937 wird hier auch Schwarztee hergestellt, ebenso wie Pu-Erh-Tee, der nach der Stadt Pu’er bekannt wurde.

 

Selbstverständlich ist dies nur ein Bruchteil der Teeanbaugebiete in China, doch eine Vorstellung der unzähligen Provinzen, in denen Tee in der fernen Volksrepublik angebaut wird, würde unseren Rahmen sprengen. Stattdessen sollten Sie sich selbst ein Bild vom chinesischen Tee machen, indem Sie gleich hier im Shop die feinsten Teesorten aus China bestellen und selbst kosten! Wir wünschen viel Spaß beim Genießen!

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